Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus im Bayerischen Landtag hat auf Antrag der CSU einstimmig beschlossen, die Staatsregierung aufzufordern, das Düngeverfahren „Cut and Carry" in Zukunft wie die Ausbringung von Festmist und Kompost einzustufen und damit eine praxisnahe Lösung für die Landwirte zu erreichen.
„Bei einem von meinem Würzburger Kollegen Björn Jungbauer 2025 organisierten Termin in Gadheim haben sich die Ausschussvorsitzende Petra Högl und ich als unterfränkischer Vertreter im Landwirtschaftsausschuss die Sachlage vom Betriebsinhaber Johannes Römert und rund 30 weiteren Bioland-Landwirten aus ganz Unterfranken schildern lassen, auf diesen Termin hin haben wir dann den jetzt beschlossenen Antrag eingebracht“, erklärt Thorsten Schwab.Beim Verfahren „Cut and Carry" wird Klee oder Luzerne auf einem Acker angebaut und gehäckselt und im Anschluss auf einem anderen Acker zur Stickstoffversorgung wieder ausgebracht. Für Biobetriebe ohne eigene Tierhaltung ist dieses Verfahren essentiell für die Kreislaufwirtschaft, denn so muss kein Dünger zugekauft werden. Zudem fördert das Verfahren den Humusaufbau und hält die Feuchtigkeit im Boden.
Während andere Bundesländer, wie Niedersachsen hier schon länger auf flexiblere Lösungen setzen, wurde das Verfahren in Bayern bisher in der Düngeverordnung wie Gülle bewertet, was eine entsprechende Sperrfrist bei der Ausbringung ab dem 01. Oktober mit sich bringt. „Die bisherige Einstufung ist nicht praxisnah, da bei Cut and Carry die Stickstoffauswaschung deutlich geringer ist, als bei flüssigen Wirtschaftsdüngern. Dementsprechend ist eine Einstufung analog zu Festmist und Kompost deutlich praxisnäher“, so Schwab.
Nach dem Termin im Mai 2025 wurde im Arbeitskreis Landwirtschaft der CSU-Landtagsfraktion der entsprechende Antrag formuliert, der nun einstimmig im Ausschuss beschlossen wurde. „Hier haben wir ein gutes Beispiel, wie aus einem Ortstermin ein Antrag und damit eine substanzielle Verbesserung für die Landwirte entstehen kann. Ich danke meinem Kollegen Björn Jungbauer und allen Beteiligten ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit und freue mich, dass wir hier etwas bewegen konnten“, macht Thorsten Schwab zum Abschluss klar.
