Die Reform des Beschaffungswesens für Feuerwehrfahrzeuge, die auf einen Antrag des CSU-Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab zurückgeht, trägt erste Früchte: Mindestens 171 bayerische Kommunen haben sich bis Ende der Antragsfrist am 31. Juli 2026 an der Sammelbestellung von Löschgruppenfahrzeugen des Typs LF10 beteiligt. Das Einsparpotential liegt nach Schwabs Berechnungen bei insgesamt rund 25 Millionen Euro. Die Durchführung obliegt dem bayerischen Landesfeuerwehrverband.
Durch den gedeckelten Fahrzeugpreis bei der Sammelbestellung sinken die Anschaffungskosten für ein LF10 auf maximal 500.000 Euro, diese Summe nannte kürzlich der Landesfeuerwehrverband in einer Meldung. „Wenn Kommunen selbst ausschreiben, liegt der Preis derzeit bei rund 600.000 Euro“, erklärt Schwab. „Hinzu kommt ein erhöhter staatlicher Fördersatz bei Sammelbestellungen sowie der vollständige Wegfall der kostenintensiven individuellen Ausschreibungsverfahren, für die Kommunen bislang regelmäßig externe Büros beauftragen mussten. In der Summe ergibt sich für teilnehmende Kommunen eine Einsparung von rund 150.000 Euro“, rechnet Schwab weiter.„Wir zwingen niemanden. Wer individuelle Lösungen benötigt, kann weiterhin eigenständig beschaffen. Aber 171 Kommunen haben mitgemacht, weil das Angebot überzeugend ist. Die eingesparten Millionen stehen jetzt zusätzlich für Schulen, Straßen und andere kommunale Aufgaben zur Verfügung – oder einfach zur Entlastung des Haushalts. Die Reform der Feuerwehrbeschaffung hat sich damit schon jetzt zu einem der erfolgreichsten kommunalen Kooperationsprojekte entwickelt. Gerade in Zeiten, in denen sich viele Kommunen finanziell am Limit sehen, ist dies ein großartiger Erfolg!“, freut sich Schwab.
Die offizielle Meldefrist für die Kommunen ist Ende Juli ausgelaufen, in Kürze startet nun der Landesfeuerwehrverband die Ausschreibung. Danach wird feststehen, wie hoch die exakte Einsparsumme für die Kommunen tatsächlich sein wird. Die Produktion und schrittweise Auslieferung der Fahrzeuge ist für 2027 bis Anfang 2029 geplant. Das aktuelle Bestellverfahren mit dem LF10 ist erst der Anfang. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse soll schrittweise ein effizientes und einfaches Beschaffungs- und Fördersystem für weitere Fahrzeugtypen und Ausrüstungsgegenstände entwickelt werden.
Schwabs ausdrücklicher Dank gilt dem Landesfeuerwehrverband Bayern (LFV) mit dessen Vorsitzendem Johann Eitzenberger, der das Projekt in enger Kooperation mit dem Bayerischen Innenministerium plant und durchführt. Als Bürgermeister kennt Schwab den Verwaltungsaufwand hinter jeder Fahrzeugbeschaffung und weiß: „Das Verfahren ist beim LFV in den besten Händen, die Organisation und die Zusammenarbeit mit Behörden und Kommunen ist hervorragend. Das Modell funktioniert, jetzt muss es weiter ausgebaut werden – im Sinne unserer über 300.000 Ehrenamtlichen und unserer Kommunen.“
Ausgangspunkt für den Antrag an den Bayerischen Landtag war eine Fahrzeugeinweihung eines HLF10 in Aura i.Sinngrund (Main-Spessart). Bei der Fahrzeugweihe im Juli 2018 hatte der damalige Kreisbrandrat Manfred Brust Schwab darauf aufmerksam gemacht, dass ein fast baugleiches Fahrzeug, ein LF10 Kats der Feuerwehr Jossgrund – Oberndorf (Main-Kinzig-Kreis), daneben steht. Dieses Fahrzeug wurde durch eine Sammelbeschaffung des Landes Hessen beschafft und kostete rund 100.000 Euro weniger als das einzeln beschaffte Fahrzeug der Feuerwehr Aura. Daraus entstand der langwierige Prozess diese Sammelbeschaffung auch in Bayern auf den Weg zu bringen.
